Unsere Frühförderung Sehen

Wir betreuen Säuglinge und Kinder mit Sehbeeinträchtigungen oder Blindheit bis zum Schuleintritt. Unsere Frühförderung setzt bei einer frühzeitigen Erkennung von Sehstörungen an, die oft nur mit spezifischen Tests für Babys und Kinder entdeckt werden. Eine ausführliche Diagnostik dient als Grundlage für einen individuellen Förderplan, der die Entwicklung des Kindes bestmöglich unterstützt.

Die sehspezifisch-heilpädagogischen Förderung im Zuhause der Familien fördert vorhandenes Sehvermögen bzw. bei blinden Kindern die Sinneswahrnehmung abseits des Sehens. Daneben lernen die Kinder sowohl den Umgang mit Sehhilfen als auch strukturierte Vorgehensweisen, die sie im Alltag und später in der Schule einsetzen können. Das Ziel ist, dass die Kinder möglichst mobil und selbstständig agieren.

Manche Kinder haben über die Sehbeeinträchtigung hinaus eine verzögerte Entwicklung, eine Hör- oder Mehrfachbehinderung. Um den besonderen Bedürfnissen jeden Kindes gerecht zu werden, arbeiten wir interdisziplinär mit KollegInnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen zusammen. So kann die Frühförderung die Eltern für verschiedene Lebensbereiche individuell beraten und begleiten sowie die bestmögliche Entwicklung des Kindes fördern.

Der Weg der Frühförderung Sehen

1. Erstgespräch

In einem offenen Beratungsangebot (OBA) führen wir eine Überprüfung des Sehvermögens des Kindes im Alltag durch. Wenn möglich, erfolgt hierbei schon eine orthoptische Befundung, je nach Alter und Entwicklungsstand des Kindes mit einem geeigneten Testverfahren (ab dem 3. Lebensmonat). 

 

2. Förderung im frühen Kindesalter

Im Mittelpunkt stehen die durch das Sehen gesteuerten Fertigkeiten des Kindes in den zentralen Entwicklungsbereichen. Mithilfe von Spielmaterialien wird die Sehentwicklung gefördert bzw. bei Blindheit andere Sinne geschärft. Das Kind lernt Vorgehensweisen zur Orientierung in seiner Umgebung und lebenspraktische Fertigkeiten für Alltagssituationen.

 

3. Förderung ab dem Kindergartenalter

Mit zunehmendem Entwicklungsalter werden die sekundären Sehleistungen und kognitiven Fähigkeiten gefördert. Zur Schulvorbereitung werden strukturierte Vorgehensweisen eingeübt und der Umgang mit unterstützenden Sehhilfen erprobt. In regelmäßigen Abständen wird eine Entwicklungs- bzw. Intelligenzdiagnostik als Grundlage für eine weitere Förderung angeboten.

 

Schwerpunkte der medizinischen Therapien

Neben der heilpädagogischen Förderung können die Kinder bei Bedarf medizinisch-therapeutische Behandlungen erhalten. Diese werden durch unsere eigenen Therapeuten im Elternhaus oder Kindergarten oder durch eine kooperierende Praxis in Wohnortnähe angeboten.
 

Was sollte mein Kind in welchem Alter sehen können?

1. - 3. Lebensmonat

Kind wendet Augen und Kopf zum Licht; nimmt Blickkontakt auf; schaut zum Mobile.

4. - 6. Lebensmonat

Schaut und greift nach interessantem Spielzeug; kann einzelne Objekte und Gesichter erkennen; nimmt Bewegungen wahr; beidäugiges Sehen ist etabliert.

7. - 10. Lebensmonat

Unterscheidet fremde und bekannte Gesichter; nimmt Blickkontakt über mehrere Meter auf; ergreift kleine Gegenstände; zeigt erstes Interesse an Bildern.

11. - 12. Lebensmonat

Erkennt Bilder wieder; betrachtet und untersucht das Spielzeug genau; spielt „Guckuck-Spiel“; hat Spaß an Mimik und Kommunikation.

18. Lebensmonat

Handelt optisch kontrolliert; Feinmotorik verbessert sich (erstes Malen); erkennt Personen aus der Entfernung und Gegenstände auf Abbildungen.

24. Lebensmonat

Zeigt präzise Auge- Hand-Koordination (blättert in Büchern); verfügt über ein gutes visuelles Gedächtnis; ordnet Dinge den entsprechenden Bildern zu; baut Türme.

36. Lebensmonat

Farbensehen und visuelle Adaption sind voll ausgebildet; lernt durch Beobachtung und Nachahmen; löst Sortieraufgaben; erkennt Orte wieder.

48. Lebensmonat

Kann Details zum Ganzen ordnen; Figur-Grund-Wahrnehmung ist möglich; Einzelheiten können getrennt wahrgenommen werden (Lesen visuell möglich); gegenständliches Malen beginnt.

Angebote der Frühförderung Sehen im Überblick

Diagnostik
 
  • spezifische Tests für Babys und Kleinkinder
  • Entwicklung eines individuellen Förderplans


Förderangebote bei Ihnen zuhause
  • Förderung des vorhandenen Sehvermögens
  • Umwelt- und Sinneswahrnehmung für blinde Kinder
  • Anleitung zu Mobilität und Selbständigkeit
  • Gestaltung der Wohn- und Lebensumgebung
  • Spezifische Ergo-, Physiotherapie und Logopädie
  • Förderung von Bewegung, Sprache, Kommunikation, Spiel und Sinneswahrnehmung.


Beratung und Begleitung von Eltern
  • Entwicklungs- und Erziehungsfragen
  • Fragen zu Sehbehinderung oder Blindheit
  • Kindergarten- und Schulbesuch
  • Orientierung und Mobilität von der ersten Raumerfahrung bis zum Schulweg
  • Sozialrechtlichen Fragen
  • Elternveranstaltungen
  • Vermittlung von Kontakten zu anderen Eltern


Übergreifende Angebote
  • Zusammenarbeit mit Ärzten und anderen Fachstellen
  • Einzelintegration in Kindertageseinrichtungen, Beratung und Begleitung bei der Integration eines Kindes mit Blindheit/Sehbehinderung

Standorte der Frühförderung Sehen